Der soziale Kontakt – wie können wir unsere Beziehungen zu Kollegen auch remote pflegen?

Wie können wir das Gespräch an der Kaffeemaschine, den kurzen Austausch auf dem Gang und die damit verbundene Inspiration und Motivation der Kolleginnen und Kollegen im Remote-Modus aufrechterhalten? Der Austausch im Unternehmen und gerade innerhalb der Teams ist nicht nur für den Informationsfluss wichtig, sondern auch für ein generelles Wir-Gefühl.

Mehr Meetings als gewohnt‍

Vor allem auch die “Nebenbei”-Gespräche tragen maßgeblich zu unserer Kreativität bei, sind wichtig für unsere psychische Gesundheit, stärken Vertrauen und fördern die Motivation. Wenn wir also remote arbeiten, ist es besonders wichtig, regelmäßige Gelegenheiten zu schaffen, die den freien sozialen Austausch dennoch ermöglichen.

Mehr Meetings als gewohnt

Wir brauchen aktuell mehr Meetings. Schlichtweg, weil wir uns nicht mehr einfach auf dem Gang treffen. Zusätzlich sollten wir in den Meetings nun aber auch mehr Platz für Fragen, Zweifel und oder private Themen schaffen. Dabei sollten Videokonferenzen für alle Termine die Grundlage bilden, da es wichtig ist, dass sich alle Beteiligten sehen. Rufen Sie zusätzlich die Kollegin oder den Kollegen lieber einmal mehr an, um Missverständnisse schnell aus dem Weg zu räumen oder zu vermeiden.

Das “Remote” Wir-Gefühl

Persönliche Bindungen entstehen normalerweise durch den ungeregelten Austausch vor Meetings oder auf dem Gang. Im Remote-Modus das auszubalancieren, ist sehr wichtig, um im Team die Bindung und Motivation beizubehalten. Insbesondere am Anfang kann es dabei für Teams hilfreich sein, einen relativ strengen Rahmen vorzugeben. So können beispielsweise die ersten 15 Minuten einer Team-Videokonferenz dafür genutzt werden, sich über die Erfahrungen im Home-Office und die persönlichen Tipps auszutauschen. Es braucht einen Raum für diese Gespräche, die nun nicht mehr an der Kaffeemaschine stattfinden.

Tipp Verabreden Sie sich doch einfach einmal remote zu einer After-Work-Session. Selbst eine halbe Stunde am Freitagnachmittag kann dazu beitragen, dass Sie sich wieder austauschen und Ihr Wir-Gefühl belebt wird.

Chatrooms wie Slack und Co

Chatrooms wie Slack und Co‍

Zusätzlich können Chat-Plattformen wie Slack und Co. den Austausch im Unternehmen weiter fördern. In einzelnen Kanälen können sowohl Updates zum Unternehmen sowie interessante Artikel als auch witzige Bilder oder Videos geteilt werden. In kleineren Kanälen können sich Teams aber auch unkompliziert austauschen, wenn man zum Beispiel in die Mittagspause geht oder ähnliches. Sie bleiben schnell und einfach in Verbindung.

Kurze Check-Ins und längere Eins-zu-Eins-Gespräche

Wie geht es mir heute? Was steht heute an? Was wird heute fertig und was ist gestern nicht mehr fertig geworden? Diese Fragen jeden Morgen im Team reihum zu beantworten, kann jeden Einstieg erleichtern und jeder und jedem Einzelnen die Selbstorganisation vereinfachen. Gleichzeitig bietet es auch direkt am Anfang eine gute Möglichkeit, direkten Austausch im Team zu steigern. Zusätzlich sollten sich Führungspersonen mit jedem Teammitglied mindestens einmal pro Woche in einem persönlichen Gespräch austauschen und im besten Fall genügend Platz für alle möglichen Themen einplanen.

Team-Meetings für das Wir-Gefühl

In Zeiten von Kontaktverboten und Ausgangsbeschränkungen sind Mitarbeiter ohnehin deutlich mehr Stress ausgesetzt. Aufgrund der Veränderungen durch das Coronavirus verstärken Gefühle wie Unsicherheit und Angst den Einfluss von Stress. Hier können wir in den einzelnen Teams eine Struktur einführen, die als Puffer, ja sogar als positiver Energieschub dienen. 

Wetterbericht


  • Starten Sie mit einer Runde des persönlichen Wetterberichts: Kurze Erklärung der Wetterlage. Es sollte kein generelles Update sein, sondern die aktuelle Stimmung widerspiegeln.
  • Nehmen Sie sich einen Moment (ca. 15 Minuten – abhängig von der Größe des Teams) und erzählen Sie reihum von drei positiven Dingen, die Sie in Privat- und Berufsleben in den letzten Tagen erlebt habt.
  • Weitere 15 Minuten für die drei neuen Dinge, die Sie gelernt haben. Auch hier kann eine gute Mischung aus privater Errungenschaft und der beruflichen Lernkurve die Stimmung positiv beeinflussen. 

Grundsätzlich ist es wichtig ein Umfeld zu schaffen, das zum offenen Austausch über persönliche Themen ermutigt und diese nicht zu einem Tabu macht. Dazu können Eins-zu-Eins-Gespräche dienen, genauso wie kleinere Teambesprechungen. Auch ein Workshop zu diesem Thema sollte in Betracht gezogen werden, wenn mit längeren Zeiten im Homeoffice zu rechnen ist.

Planen Sie erstmal mehr Abstimmungs- und Austausch-Meetings als Sie für nötig halten. Nach einer Testwoche können Sie immer noch nachjustieren. Probieren Sie mehr Dinge aus, vielleicht sogar ein Zeitfenster, in dem Sie in einer Videokonferenz online gehen, in die sich jederzeit eingewählt werden kann für genau diesen Zeitraum.

Tipp Als Führungsperson könnten Sie sogar digitale Sprechstunden einführen, bei denen Sie in einem Videochat erreichbar sind und für kurze Fragen zur Verfügung stehen.

Sozialen Aspekte

Planen Sie in Ihrem Tagesablauf aktiv die sozialen Aspekte ein. Eine Art “Standup Meeting” jeden Morgen, bei dem gemeinsam der Kaffee zu sich genommen wird und einige offene Fragen besprochen werden, kann dabei den Rahmen bilden. Analog dazu ist sogar ein persönlicherer Austausch ratsam, wie es einem geht, was man auch neben der Arbeit macht und womit sich andere im Moment schwer tun.

Ungeachtet der drastischen Auswirkungen der aktuellen Pandemie, darf man diese Punkte nicht ungeachtet lassen. Wir sollten auch als Teams gestärkt aus dieser Zeit hervorgehen und das Beste daraus machen!